"Lutherfinder" auf amerikanisch....

Initiative Rodachtal Lutherfinder-Seminar 3 Am vergangenen Samstag, den 25. November trafen sich wieder angehende „Lutherfinder“ im Bürgerhaus Linde in Ahorn ein. Diesmal stand das Thema „Lutherpilger aus den USA“ auf der Agenda. 
Zum Hintergrund: Es hat 2017 in den Lutherstätten auch in unserer Region einen großen Schub an amerikanischen Touristen gegeben. Gruppen und einzelne Menschen aus den USA kommen mit bestimmten Ideen und Verständnissen, die sich von unseren stark unterscheiden. Wer nicht, als ein gebürtiger US-Amerikaner selbst, könnte darüber am besten dozieren: Pfarrer Scott Moore war lange Jahre Pfarrer in Gemeinden in und um Chicago, bevor er unter anderem für sechs Jahre in der Lutherstadt Eisleben als Pfarrer wirkte. „Ich habe inzwischen in mehr Lutherstädten gelebt und/oder gearbeitet – außer natürlich Luther selbst, bisher drei“ so der 49 jährige aus Spaß, der momentan an seiner Promotion in Liturgiewissenschaft an der Universität Erfurt arbeitet und eine kleine anglikanische Missionsgemeinde in Nürnberg leitet.
In der Tat ist die Kirche in den Vereinigten Staaten so vielfältig, wie ihre Bewohner, deren Herkunft und Siedlungsgeschichte. Unter dem erst 1990 gegründeten Dachverband der „Evangelical Lutheran Church in America“, kurz ELCA, tummeln sich verschiedene evangelisch lutherische Kirchen mit den unterschiedlichsten Ausprägungen. So prägt zum Beispiel in dem nördlichen Midwest der USA die skandinavische Kultur die lutherischen Gemeinden – in Pennsylvania ist es eher aber die deutsche Herkunft die eine prägende Rolle spielt. Es gibt Kirchengemeinden, deren Mitglieder in den ganzen USA verstreut leben – oder man findet sie nur auf eine Region begrenzt. Es gibt kleinere, sehr konservative Verbände oder größere, liberalere Communities. Pfarrer Moore hat es auf sehr unterhaltsame Weise verstanden den angehenden Lutherfindern einen Überblick und Wissen über dieses hochkomplexe Thema zu vermitteln.

Und was möchten die Pilger aus Übersee von den Lutherfindern nun eigentlich wissen?
Neben Fragen nach der Sonntagsschule – oder nach dem Kirchen-Finanzierungssystem, gibt es besonders eine Frage, die laut Moore den Besuchern aus den USA besonders auf der Zunge brennt: Die Frage nach der Besucherzahl pro Gottesdienst.

Die ausgebildeten Lutherfinder können Reisegruppen, Kleingruppen, Schulklassen etc. zum Thema Luther durch das Rodachtal führen. Die Seminarreihe läuft seit 1. April 2017. Sie wird von der evangelischen Erwachsenenbildung in Thüringen (EEBT) durchgeführt und von der Initiative Rodachtal getragen. Unterstützt wird das Projekt durch die Länder Bayern und Thüringen.